Entsorgung von Geschäumte Kunststoffe

Wie entsorgt man geschäumte Kunststoffe richtig?

Geschäumte Kunststoffe, oftmals bekannt unter Markennamen wie Styropor (EPS) oder EPP (expandiertes Polypropylen), begegnen uns häufig im Alltag. Sie kommen vor allem als Verpackungsmaterial, Dämmstoffe oder als Bestandteil von Isolierungen zum Einsatz. Aufgrund ihrer besonderen Struktur und Zusammensetzung ergeben sich jedoch häufig Fragen hinsichtlich der richtigen Entsorgung. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie geschäumte Kunststoffe richtig entsorgen und warum dies so wichtig ist.

Was versteht man unter „geschäumten Kunststoffen“?

Geschäumte Kunststoffe bezeichnen Kunststoffe, die durch spezielle Herstellungsverfahren mit Gas oder Luft aufgeschäumt wurden. Durch das Aufschäumen entstehen kleine, abgeschlossene Zellstrukturen, die dem Material sehr gute Dämm- und Isolationseigenschaften verleihen. Zu den bekanntesten Beispielen zählen:

  • Expandiertes Polystyrol (EPS, Styropor)
  • Extrudiertes Polystyrol (XPS)
  • Expandiertes Polypropylen (EPP)
  • Polyurethan-Schäume (PU)

Weshalb ist eine korrekte Entsorgung so wichtig?

Geschäumte Kunststoffe haben viele Vorteile: Sie sind leicht, isolierend und flexibel. Doch eine unsachgemäße Entsorgung kann der Umwelt Schaden zufügen. Viele dieser Kunststoffe bauen sich kaum oder nur sehr langsam biologisch ab und können somit über Jahrzehnte hinweg die Umwelt belasten. Daher ist es entscheidend, die richtigen Entsorgungswege zu kennen und zu nutzen.

Wo gehören geschäumte Kunststoffe hin?

Grundsätzlich gelten unterschiedliche Regeln für die Entsorgung von geschäumten Kunststoffen, abhängig von ihrem Einsatzgebiet und ihrer Zusammensetzung.

Verpackungsstyropor (EPS) richtig entsorgen

Reines Verpackungsstyropor, wie es beispielsweise zum Polstern von Elektrogeräten verwendet wird, gilt oftmals als Verpackungsmaterial und gehört in Deutschland in den Gelben Sack beziehungsweise in die Gelbe Tonne. Hierbei wird es einem Recyclingprozess zugeführt und wiederverwertet.

Bau-Styropor (EPS-Dämmstoffe) korrekt entsorgen

Styropor, das im Bauwesen zur Dämmung verwendet wird, kann spezielle flammhemmende Zusatzstoffe enthalten (sogenanntes HBCD). Diese Sorten besitzen seit 2016 eine gesonderte Einstufung als gefährlicher Abfall. Solche Dämmstoffplatten gehören nicht in den Hausmüll oder in den Gelben Sack, sondern müssen getrennt gesammelt und über spezialisierte Entsorgungsbetriebe fachgerecht entsorgt werden.

Sollten Sie Zweifel haben, ob Ihr Baumaterial solche Flammschutzmittel enthält, empfiehlt es sich, einen spezialisierten Entsorgungsunternehmen oder Ihren örtlichen Abfallwirtschaftsbetrieb zu konsultieren.

PU-Schäume und XPS richtig entsorgen

Polyurethanschaum (PU) oder extrudiertes Polystyrol (XPS), häufig verwendet als Dämmstoffe oder im Möbelbau, dürfen nicht in die Gelbe Tonne. Sie gehören ebenso zu spezialisierten Einrichtungen, etwa Recyclinghöfen oder Entsorgungsfachbetrieben. Informieren Sie sich dazu bei Ihrem örtlichen Wertstoffhof.

Recyclingmöglichkeiten für geschäumte Kunststoffe

Geschäumte Kunststoffe können hervorragend recycelt werden, wenn sie sauber getrennt gesammelt werden. Vor allem EPS lässt sich sehr effektiv wiederverwenden, zum Beispiel in der Herstellung neuer Dämmstoffe oder als Material für andere Kunststoffprodukte. Wichtig ist jedoch, dass diese Schäume nicht mit anderen Abfallarten vermischt werden. Nur dann können Recyclingbetriebe daraus hochwertige Sekundärprodukte herstellen.

Wie läuft das Recycling von EPS und anderen Schaumstoffen ab?

Beim Recyclingprozess werden Schaumstoffe zuerst sortiert und verunreinigte Stücke entfernt. Danach erfolgt das Zerkleinern und Schreddern, woraufhin das Material zu Granulat verarbeitet wird. Dieses Granulat dient anschließend als Rohstoff für neue Produkte, darunter beispielsweise:

  • Dämmplatten
  • Verpackungsmaterialien
  • Bauelemente
  • Sport- oder Spielgeräte-Polsterungen

Welche Fehler gilt es bei der Entsorgung zu vermeiden?

Die häufigsten Fehler bei der Entsorgung von geschäumten Kunststoffen können vermieden werden, wenn man einige Grundsätze beachtet:

  • Entsorgen Sie beschichtete oder behandelte Schaumstoffe niemals in den gelben Sack, da diese Schadstoffe enthalten können.
  • Werfen Sie verschmutzte oder verunreinigte EPS-Verpackungen nicht einfach zu recyclebarem Kunststoff hinzu. Diese müssen gegebenenfalls über den Restmüll oder spezialisierten Abfall entsorgt werden.
  • Vermischen Sie verschiedene geschäumte Kunststoffe nicht miteinander. EPS, XPS und PU unterscheiden sich deutlich in ihren Recyclingfähigkeiten und müssen daher getrennt behandelt werden.

Wo findet man passende Anlaufstellen zur Entsorgung?

Ansprechpartner rund um die korrekte Entsorgung geschäumter Kunststoffe finden Sie bei:

  • Örtlichen Recycling- und Wertstoffhöfen
  • Spezialisierten Abfallentsorgungsunternehmen und Containerdiensten für Bauabfälle
  • Kommunalen Abfallberatungen

Meistens informieren diese Einrichtungen bereits auf ihrer Webseite über Abgabemöglichkeiten, Kosten und Öffnungszeiten.

Warum ist eine umweltbewusste Entsorgung wichtig?

Eine bewusste und korrekte Entsorgung geschäumter Kunststoffe ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern dient auch dazu, die Umwelt und Ressourcen zu schonen. Recycling minimiert Ressourcenverschwendung, verringert den Platzbedarf auf Deponien und reduziert den CO2-Ausstoß, da weniger Neumaterial produziert werden muss.

Zudem schützt eine korrekte Entsorgung den Boden, Grundwasser und die Tierwelt vor möglichen schädlichen Auswirkungen, welche besonders bei unsachgemäßer Lagerung und Entsorgung auftreten können.

Zusammenfassung & wichtige Hinweise auf einen Blick

  • Reines Verpackungsstyropor gehört in den Gelben Sack.
  • Bau- oder Dämmstoff-Styropor ist Sondermüll und gehört zu spezialisierter Entsorgung.
  • PU-Schäume und XPS ebenfalls beim Recyclinghof entsorgen.
  • Saubere Trennung nach Kunststoffsorten sorgt für besseres Recycling.
  • Nutzen Sie lokale Beratungsangebote, um Fehler zu vermeiden.

Fazit zur Entsorgung von geschäumten Kunststoffen

Wer bewusst mit geschäumten Kunststoffen umgeht und diese korrekt entsorgt, leistet einen positiven Beitrag zum Umweltschutz. Indem Sie auf die Trennung verschiedener Schaumstoffarten achten und die passenden Entsorgungsmöglichkeiten nutzen, helfen Sie aktiv dabei, Ressourcen zu schonen und Schadstoffemissionen zu senken.

Jetzt aktiv werden: Informieren Sie sich bei Ihrer verantwortlichen kommunalen Stelle bzw. dem nächstgelegenen Wertstoffhof, wie Sie gezielt bei der Entsorgung Ihrer geschäumten Verpackungsmaterialien und Dämmstoffe vorgehen können. Gemeinsam schaffen wir eine nachhaltigere Welt!

Markus Schmidlinger

Markus ist seit 25 Jahren im Bereich Abfallwirtschaft tätig und davon sogar schon 20 Jahre als Abfallexperte.
Er konnte sich spezielle Kenntnisse in vielen Kategorien wie Abfallbehandlung, einschließlich Sammlung, Transport, Sortierung, Verarbeitung und Entsorgung aneignen. Besonders in seinen späteren Jahren konnte er erfolgreich Abfallvermeidungsmaßnahmen und umweltrefundliche Verfahren umsetzen.
Markus ist zertifizierter Abfallexperte, hat ein abgeschlossenes Studium in Umweltwissenschaften oder einem vergleichbaren Fach und konnte an vielen Fortbildungen und Seminaren im Bereich Abfallwirtschaft teilnehmen und so seine Fähigkeiten stärken.