Wie entsorgt man Unkrautvernichtungsmittel richtig?
Unkrautvernichtungsmittel werden häufig in privaten Gärten eingesetzt, um den Garten frei von unerwünschten Pflanzen zu halten. Doch was tun, wenn das Mittel abgelaufen oder nicht mehr benötigt wird? Eine unsachgemäße Entsorgung kann erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben und möglicherweise gesetzliche Folgen nach sich ziehen. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Unkrautvernichtungsmittel sicher, umweltgerecht und gesetzeskonform entsorgen.
Warum ist die ordnungsgemäße Entsorgung der Unkrautvernichtungsmittel so wichtig?
Unkrautvernichter enthalten oft chemische Substanzen, die für Menschen, Tiere und Pflanzen schädlich sein können. Kommen diese Chemikalien in den Boden oder ins Wasser, kann dies gravierende Folgen für die Umwelt haben. Schadstoffe können ins Grundwasser gelangen und langfristig das Ökosystem schädigen. Deshalb sind bei der Handhabung und Entsorgung besondere Vorsicht und Sorgfalt geboten.
Folgen falscher Entsorgung können sein:
Grund- und Oberflächenwasserverschmutzung
Beinträchtigungen der Tier- und Pflanzenwelt
Negative Auswirkungen für den Menschen (gesundheitliche Gefahren)
Rechtliche Konsequenzen und hohe Geldstrafen
Restmengen von Unkrautvernichtungsmitteln richtig entsorgen
Falls Sie noch kleinere Mengen eines Unkrautvernichters übrig haben, die Sie nicht mehr benötigen, sollten Sie diese unbedingt zur Schadstoffsammlung bringen. Die korrekte Adresse erfahren Sie entweder bei Ihrer Stadtverwaltung oder auf deren Website. In fast allen Städten bieten kommunale Entsorger bestimmte Annahmestellen oder mobile Sammelfahrzeuge für gefährliche Abfälle, inklusive Unkrautvernichtungsmittel, an.
Schritte zur sicheren Entsorgung kleiner Restmengen:
Verpackung sorgfältig schließen und in Originalbehälter belassen
Beschädigte Originalbehälter in einen dicht schließenden Ersatzbehälter umfüllen und deutlich beschriften
Zur örtlichen Schadstoff-Sammelstelle bringen
Niemals in den Hausmüll oder in die Kanalisation entsorgen
Leere Verpackungen von Unkrautvernichtern entsorgen
Neben Resten des eigentlichen Mittels stellt sich oft die Frage nach der Entsorgung leerer Verpackungen. Auch hier gilt: Behälter, Flaschen oder Spraydosen, die ganz entleert wurden, können oftmals über das duale System (gelber Sack oder gelbe Tonne) entsorgt werden – vorausgesetzt, sie sind restlos ausgespült und frei von Chemikalien. Sind minimale Rückstände vorhanden oder besteht Unsicherheit bezüglich der Reinheit, sollten sie vorsichtshalber bei der Schadstoffsammlung abgegeben werden.
Wichtig bei Verpackungen:
Leere Chemikalienbehälter gründlich ausspülen
Kappe oder Verschluss gut zumachen und erst dann im Wertstoffsystem entsorgen
Niemals ungewaschene, chemikalienbelastete Verpackungen in den Restmüll werfen
Private Entsorgung vs. Gewerbliche Entsorgung
Als Privatperson sind bestimmt Mengen regelmäßig kostenfrei bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Sollten Sie gewerblich Unkrautvernichter einsetzen, gelten möglicherweise andere Vorschriften: Gewerbliche Anwender wie landwirtschaftliche Betriebe, Gartenbauunternehmen und Facility-Management-Dienste müssen oft gesonderte Anforderungen nachweisen und spezielle Nachweise führen. Die Entsorgung größerer Mengen erfolgt hier meist über spezialisierte Entsorgungsunternehmen, die über die nötige Fachkenntnis verfügen und auch Entsorgungsnachweise ausstellen können.
Gesetzliche Vorgaben beachten
Die Entsorgung chemischer Mittel einschließlich Unkrautvernichter wird in Deutschland durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt. Missachtung dieser Vorschriften kann empfindliche Strafen mit sich bringen. Es empfiehlt sich, lokale Vorschriften im Vorfeld bei der zuständigen Stadtreinigung oder Umweltbehörde zu erfragen, um Unsicherheiten auszuschließen.
Alternative Methoden zum Umgang mit übrig gebliebenen Unkrautvernichtungsmitteln
Vor der Entsorgung lohnt es sich auch, alternative Maßnahmen zu erwägen:
Weitergabe: Braucht vielleicht jemand aus dem Bekanntenkreis das Unkrautvernichtungsmittel?
Bedarfsgerechter Einkauf: Künftig weniger Menge auf Vorrat kaufen, stattdessen bedarfsorientiert bestellen, um überschüssige Bestände zu vermeiden.
Alternative Methoden wählen: Umweltschonendere Methoden wie thermische oder mechanische Entfernung statt chemischen Mitteln bevorzugen.
Sicherheit beim Transport beachten
Beim Transport zur Schadstoffabgabestelle beachten Sie bitte folgende Sicherheitsaspekte:
Behältnisse aufrecht transportieren und gegen Umkippen sichern
Nie mit Lebensmitteln oder anderen sensiblen Gütern transportieren
Weitere hilfreiche Informationen zur Entsorgung von Unkrautvernichtern
Bei Unsicherheiten im Umgang mit Restbeständen können lokale Entsorgungsbetriebe oder Umweltämter helfen. Weiterführende Informationen erhalten Sie zudem auch beim Umweltbundesamt oder auf Internetseiten von Kommunen und Landkreisen.
Die sachgemäße Entsorgung von Unkrautvernichtungsmitteln ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern vor allem ein Beitrag zum Schutz unserer natürlichen Umwelt. Indem Sie auf die richtige Entsorgungsmethode achten, helfen Sie dabei, Boden, Wasser und die gesamte biologische Vielfalt zu bewahren und unnötige Risiken für die menschliche Gesundheit zu vermeiden.
Denken Sie immer daran: Jeder Einzelne trägt Verantwortung für seine Handlungen – und das gilt insbesondere für den Umgang mit Chemikalien, wie sie in Unkrautvernichtern enthalten sind.
Jetzt aktiv werden!
Haben Sie noch Unkrautvernichtungsmittel zuhause, die entsorgt werden müssen? Setzen Sie Ihre Erkenntnisse gleich in die Tat um und bringen Sie diese umweltschonend und gesetzeskonform zu Ihrer nächstgelegenen Schadstoffsammelstelle. Jede Maßnahme zählt!
Markus Schmidlinger
Markus ist seit 25 Jahren im Bereich Abfallwirtschaft tätig und davon sogar schon 20 Jahre als Abfallexperte.
Er konnte sich spezielle Kenntnisse in vielen Kategorien wie Abfallbehandlung, einschließlich Sammlung, Transport, Sortierung, Verarbeitung und Entsorgung aneignen. Besonders in seinen späteren Jahren konnte er erfolgreich Abfallvermeidungsmaßnahmen und umweltrefundliche Verfahren umsetzen.
Markus ist zertifizierter Abfallexperte, hat ein abgeschlossenes Studium in Umweltwissenschaften oder einem vergleichbaren Fach und konnte an vielen Fortbildungen und Seminaren im Bereich Abfallwirtschaft teilnehmen und so seine Fähigkeiten stärken.
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